A 26 in Wilhelmsburg - BWVI stellt Zwischenstand vor - Nachbetrachtung aus Sicht der Beteiligungserbnisse

Do, 20/09/2018 - 14:05 -- Kai
Die A 26 in Wilhelmsburg – Wie sehen die aktuellen Planungen aus? Nachbetrachtung der Info-Veranstaltung der BWVI vom 19. September im Bürgerhaus Wilhelmsburg
 
Seit Februar 2017 haben in Stadtteilgesprächen, Aktionen vor Ort, Onlinebeteiligung und mehreren Workshops Bürger*innen mit Unterstützung von Perspektiven! – miteinander planen für die Elbinseln Ideen und Forderungen zur laufenden Planung der A26 in Wilhelmsburg entwickelt. Hieraus entstand das Bürger*innengutachten, das im Oktober 2017 der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) übergeben wurde. Nach einer ersten Rückmeldung zum Umgang mit den Beteiligungsergebnissen im Dezember 2017 und einem zusätzlichen Workshop zu den Varianten der Anschlussstelle im Januar 2018 informierte die BWVI gestern Abend im Bürgerhaus Wilhelmsburg über den aktuellen Planungsstand.
 
Die Präsentationen der BWVI/DEGES und Perspektiven! finden Sie hier: Präsentationen BWVI DEGES Perspektiven - Infoabend A26 19.09.18
 
>>> Jetzt schon vormerken: Werkstatt zum aktuellen Planungsstand am 05.11.2018 in der Schule Burgweide <<<
 
Langer Tunnel zwischen Finkenriek und A1
 
Aus Sicht des Beteiligungsverfahrens ist es von besonderer Wichtigkeit, dass die BWVI noch einmal bekräftigt hat: Die Stadt Hamburg unterstützt den langen Tunnel zwischen Finkenriek und A1 und die Verhandlungen mit dem Bund werden in diesem Sinne geführt. Dies ist ein weiterer Etappenerfolg auf dem Weg dahingehend, dass ein Kernanliegen des Bürger*innengutachtens umgesetzt wird.
 
Autobahnanschluss Otto-Brenner-Straße
 
Fest steht jetzt, dass der Autobahnanschluss an der Otto-Brenner Straße geplant wird. Hier konnten sich die Forderungen aus dem Bürger*innengutachten nicht durchsetzen Die vorgestellte Variante prognostiziert aber im Sinne des Bürger*innengutachtens insgesamt eine stärkere Entlastung des Straßensystems in Wilhelmsburg und plant eine Reihe flankierender Maßnahmen, die auf die Forderungen im Gutachten reagieren: Die Entscheidung über die Lage der Anschlussstelle hatte die BWVI zunächst zurückgestellt, um in einer gesonderten Perspektiven!-Werkstatt die damit verbundenen Fragen noch einmal ausführlicher diskutieren zu können. Nach dieser detaillierten Auseinandersetzung fiel die Einschätzung, welche Variante am verträglichsten für die Elbinseln ist, unter den Teilnehmenden recht unterschiedlich aus. Und auch grundsätzliche Kritik an der A 26 blieb nicht aus.
 
Nun soll der Anschluss an der Otto-Brenner-Straße kommen, in einer neu vorgestellten Variante, die unterirdisch im langen Tunnel an die Autobahn angebunden wird – das heißt: sie funktioniert so nur mit dem von Bürger*innen geforderten langen Tunnel. Zudem ist sie noch einmal schmaler und etwas weiter südlich als bisher geplant und ist daher weiter entfernt von der Wohnbebauung als bisher angedacht.
 
Optimierte Verkehrsführung in der Otto-Brenner-Straße und Rückbau
 
Ein neu vorgestellter Kreisel auf dem Tunnel ordnet den Anschlussstellenverkehr und entzerrt den Verkehr in der südlichen Otto-Brenner-Straße. Das untermauert die bereits getroffene Zusage, den von Bürger*innen geforderten Rückbau der Otto-Brenner-Straße umzusetzen. Statt einer zweiten Fahrspur für das Auto, soll es hier eine voll ausgebaute Radspur pro Richtung geben. Eine wichtige Maßnahme für alle Anwohner*innen und im Sinne der Forderung nach einer Stärkung des Radverkehrs.
 
Mehr Lärmschutz für Kirchdorf-Süd
 
Im Dezember wurde bereits angekündigt, dass im Zuge der A 26 auch der im Bürger*innengutachten geforderte Lärmschutz für die A1 geplant wird – und damit früher und umfassender als es passieren würde, wenn der zukünftige A1-Ausbau später losgelöst betrachtet würde. Jetzt sind die Pläne dazu weiter konkretisiert worden: Der Lärmschutz ist in Galerie-Bauweise mit zusätzlicher Lärmschutzwand skizziert worden. Nach den vorgestellten Berechnungen soll dies dafür sorgen, dass nahezu alle Wohnungen in Kirchdorf-Süd in Zukunft unter den gesetzlichen Belastungsgrenzen liegen werden. Bei einigen besonders belasteten Wohnungen werden passive Schallschutzmaßnahmen (Lüfter o. ä.) individuell geprüft, um das Ziel im Sinne des Bürger*innen-gutachtens zu erreichen.
 
Das Bürger*innengutachten verbucht Erfolge
 
Insgesamt zeugt der aktuelle Planungsstand von einer intensiven Auseinander-setzung mit den Forderungen aus dem Bürger*innengutachten. Kernanliegen wie der lange Tunnel, Lärmschutz für die A1, Rückbau der Otto-Brenner-Straße sind jetzt Teil der Planung. Dafür dürfen sich alle Mitstreiter*innen einmal kräftig auf die Schulter klopfen! Bei der Anschlussstelle muss aber gesagt werden: da gibt es andere Einschätzungen im Bürger*innengutachten. Perspektiven! hat das Verfahren so gestaltet, dass die Fürs und Wider der verschiedenen Varianten vorgestellt und besprochen werden konnten. Schlussendlich kommen die Fachplaner*innen zu dieser Entscheidung. Für Perspektiven! gilt es jetzt – vor allem mit den Menschen vor Ort – diese aktuellen Planungen noch einmal im Detail anzuschauen und den maximalen Nutzen rauszuholen.“
 
Workshop in Kirchdorf-Süd im November
 
Am 05. November gibt eine Werkstatt von Perspektiven! in der Schule Burgweide in Kirchdorf-Süd umfangreiche Informationen und stellt Details der Anschlussstelle sowie des Lärmschutzes an der A1 in den Fokus der Diskussion.