Das Bürger*innengutachten zur A26 in Wilhelmsburg ist fertig!

Do, 05/10/2017 - 13:34 -- Sören Schäfer
Das Bürger*innengutachten zur A26 in Wilhelmsburg ist fertig!
 
Das Gutachten wurd der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation am 04. Oktober übergeben.
 
Was muss bei den Planungen zur A26 in Wilhelmsburg bedacht werden, damit die Autobahn so verträglich wie möglich für die Menschen auf den Elbinseln umgesetzt wird?.
Mit Stadtteilgesprächen, Aktionen vor Ort, Onlinebeteiligung und Workshops hat Perspektiven seit Februar Informationen gesammelt und mit Bürger*innen Ideen und Forderungen entwickelt.
 
Daraus ist ein Bürger*innengutachten entstanden, das am 4. Oktober der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation von Mitgliedern der Perspektiven!-Redaktionsgruppe, die an dem Gutachten mitgearbeitet haben, übergeben und vorgestellt wurde.
 
 
Folgende Kernaussagen lassen sich aus dem Bürger*innengutachten ableiten:
 
Die A26 muss den Elbinseln Vorteile bieten
 
Die Entscheidung, dass die A26 im Süden von Wilhelmsburg gebaut werden soll, ist auf den Elbinseln stark umstritten. In Wilhelmsburg wird die Autobahn überwiegend abgelehnt. Auch im Perspektiven!-Verfahren wurde den Planungen viel Kritik entgegengebracht. Aus Sicht der beteiligten Bürger*innen gilt grundsätzlich: Wenn der Wilhelmsburger Süden eine weitere Autobahn verkraften soll, dann müssen die Planungen bei maximalem Schutz der Lebensqualität der Anwohner*innen realisiert werden und darüber hinaus spürbare Vorteile für den Stadtteil bringen. Das ist in erster Linie eine Entlastung des nachgeordneten Straßennetzes von KFZ-Verkehren. Dazu und darüber hinaus sind im Bürger*innengutachten konkrete Verbesserungsvorschläge für die Planungen erarbeitet worden.
 
Verlängerung des Autobahntunnels bis zur A1
 
Der Autobahntunnel soll bis zur A1 verlängert werden, um die Belastungen durch Lärm, Abgase und Zerschneidung des Stadtteils für die Bewohner*innen des Wilhelmsburger Südens so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig wird sich dadurch die Möglichkeit erhalten, auf den dann vor Lärm und Abgasen geschützten Flächen in Zukunft durch Städtebau nachhaltige Entwicklungsimpulse für Wilhelmsburg zu setzen.  Anstatt von Autobahnen umzingelt zu werden, können sich Kirchdorf und Kirchdorf-Süd mit den Vorschlägen der Bürger*innen als gute Orte zum Leben weiter entwickeln.
 
Verzicht auf eine Anschlussstelle im Bereich Kirchdorf-Süd/Stillhorn
 
Zu den bisherigen Anschlussvarianten im Wilhelmsburger Süd-Osten im Bereich der Otto-Brenner-Straße oder in Stillhorn wurde bürger*innenseits eine Alternative entwickelt:
Im Süd-Westen soll in Verlängerung des Pollhorner Hauptdeichs/Pollhorn Wegs eine Anschlussstelle mit Zufahrt auf die A26 in Richtung Osten eingerichtet werden (Anschluss „Pollhornbogen“). Damit kann aus der Bürger*innen auf die bisherigen Anschlussvarianten verzichtet und der dicht besiedelte Wilhelmsburger Süden vor steigenden Verkehrszahlen rund um die bislang vorgesehenen Anschlussvarianten verschont werden.
Die von den Bürger*innen entwickelte Alternative bietet mit dem unmittelbar am Industriegebiet gelegenen Anschluss in Richtung Osten gerade für die dortigen LKW-Verkehre die schnellste Verbindung zum Autobahnnetz. Dadurch versprechen sich die Bürger*innen eine Entlastung des nachgeordneten Straßennetzes vom LKW-Verkehr – vor allem auf der Kornweide und Otto-Brenner-Straße.
 
 
Weitere Themen
 
Für die im Stadtteil vielfach geäußerte Forderungen nach einer Tunnnellösung zwischen Finkenriek und A1 konnten zum Beispiel aus den vielen verschiedenen Blickweisen auf das Thema gemeinsam starke Argumente aufgebaut werden. Damit müssen sich die politischen Entscheidungsträger*innen nun auseinandersetzen. Auch wurden mit der Forderung nach einer Anschlussstelle „Pollhornbogen“ Vorschläge für die Planungen entwickelt, die so vorher noch gar nicht auf dem Tisch lagen. Außerdem sind viele Themen diskutiert worden, die die Entwicklung der Elbinseln insgesamt betreffen, wie z. B. der die künftige Gestaltung des Radverkehrs und der Umgang mit den Naturräumen der Elbinseln, in die seit Jahren stark eingegriffen wird. Auch damit wollen in Zukunft wir bei Perspektiven! weiterarbeiten.
 
 
Wie geht es jetzt weiter?
 
12.10.2017, GESPRÄCHSRUNDE ZUM BÜRGER*INNENGUTACHTEN
am 12. OKTOBER 2017, 18-20 UHR, Bürgerhaus Wilhelmsburg
 
Perspektiven! stellt am 12.10. im Bürgerhaus Wilhelmsburg in einer Gesprächsrunde das Bürger*innengutachten zur A26 in Wilhelmsburg vor. Gemeinsam wollen wir uns die von Bürger*innen erarbeiteten und der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) übergebenen Ergebnisse anschauen und besprechen. Die Rückmeldungen werden dem Gutachten als „Statements“ zum Gutachten angehängt und ebenfalls der BWVI übergeben, damit diese das Gutachten auch vor diesem Hintergrund abwägen kann
 
11.12.2017, Vorstellung der Pläne für die weitere Entwurfsplanung, Bürgerhaus Wilhelmsburg
 
Das Gutachten ist jetzt der zuständigen Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation übergeben. Am 11. Dezember wird die Verkehrsbehörde in einer öffentlichen Veranstaltung im Bürgerhaus Wilhelmsburg die Pläne vorstellen, die in das Planfeststellungsverfahren eingehen, und dabei erläutern, wie mit den Ergebnisse aus dem Bürger*innengutachten umgegangen wurde.
2018, Dialog zum Projektfortschritt
Im laufenden Planfeststellungsverfahren im nächsten Jahr wird es zusammen mit Perspektiven! öffentliche Dialoge geben, in denen der aktuelle Planungsfortschritt vorgestellt und der weitere Umgang mit den Inhalten des Gutachtens diskutiert wird.
 
 
 
 
Share teilen