Spreehafenviertel | Bürger*innen diskutieren die ersten Entwürfsideen

Do, 12/10/2017 - 11:33 -- Sonja Krauss
 
Die ersten Entwurfsideen für das Spreehafenviertel wurden am 25.09. in einem Workshop öffentlich vorgestellt und diskutiert. Drei Planungsteams entwickeln derzeit Ideen für das neue Quartier zwischen Ernst-August-Kanal und Spreehafen. Jetzt arbeiten die Teams mit den Rückmeldungen weiter an ihren Entwürfen.
 
Basis für die Arbeit der Planungsteams ist ein Aufgabenheft, die sogenannte Auslobung. Darin stehen auch die Anforderungen der Bürger*innen an das Spreehafenviertel, die Perspektiven! zusammen mit Menschen von den Elbinseln in der ersten Phase des Beteiligungsverfahrens erarbeitet hat.
 

>> Was die Auslobung ist, wird hier kurz erklärt.

 
Wie wird mit den Bürgeranforderungen gearbeitet?
 
Die Planungsteams zeigten beim Workshop einen ersten Arbeitsstand. So konnten die Bürger*innen den Planungsteams noch ganz am Anfang ihrer Arbeit Rückmeldungen für die Verbesserung der Konzepte mitgeben.
 
Über hundert Bürger*innen waren zum Workshop in die Ganztagsschule Fährstraße gekommen, um zu sehen, wie die Planungsteams die Bürgeranforderungen bisher aufgegriffen haben. Die Planungsteams waren vor Ort und standen an ihren Plänen Rede und Antwort. Bürger*innen diskutierten mit den Planungsteams und gaben Rückmeldungen zu den Entwürfen.
 
In einem Protokoll hat Perspektiven! alle Rückmeldungen zusammengefügt, die die Bürger*innen aufgeschrieben haben. Außerdem ist in dem Protokoll eine Zusammenfassung der Diskussionen zu jedem Entwurf. Die Planungsteams bekommen dieses Protokoll, damit sie bei ihrer weiteren Arbeit die Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge der Bürger*innen berücksichtigen können.
 
Das vollständige Protokoll enthält auch die Ergebnisse der Jury-Diskussion (die entscheidet am Ende über den Siegerentwurf) und der Sachverständigen (die überprüfen die die Entwürfe z. B. mit Blick auf Lärmgrenzen, Verkehrsführung, Gewerbeflächen, usw.). Diese Diskussionsrunden haben einen Tag nach dem Workshop stattgefunden.
 
Download: Vollständiges Protokoll zur ersten Workshoprunde (mit Anmerkungen von Bürger*innen, Fachleuten und Jury)
Download: Perspektiven!-Protokoll (Anmerkungen der Bürger*innen, die auch im vollständigen Protokoll enthalten sind)
 
 
Die zentralen Aussagen zu den Entwürfen:
 
Sämtliche Rückmeldungen zu den jeweiligen Entwürfen findet ihr im Protokoll. Einige davon haben wir herausgegriffen, weil sie für alle Entwürfe gelten:
 
Viele Bürger*innen merkten an, dass die Bebauung aufgelockerter werden soll, damit sie nicht so „klotzig“ wirkt. Wie hoch gebaut werden sollte, wurde unterschiedlich bewertet; Die einen finden eine Bebauung mit bis zu 12 Stockwerken gut, wenn dafür mehr Grünfläche erhalten werden kann, andere sagen, es soll nicht mehr als 4 Stockwerke geben. Auf jeden Fall sollte die Architektur am Ende „harmonisch, vielfältig, aufgelockert und dynamisch“ wirken, so wie es in den Bürgeranforderungen steht. Es soll in der Bebauung noch mehr Verbindungen in die Nachbarschaft und zum Deich geben, damit alte und neue Viertel zusammenwachsen können. Bepflanzte Fassaden und Dächer sollen mehr Grün ins Spreehafenviertel bringen.
 
 
Das Grün spielt für die beteiligten Bürger*innen eine besonders wichtige Rolle im Spreehafenviertel. Den anwesenden war es wichtig, dass die Flächenversiegelung insgesamt gering gehalten wird und verbleibenden Grünflächen möglichst groß sind. In den Entwürfen gab es bisher verschiedene Ideen, wie das umgesetzt werden könnte: eine größere Grünfläche an der Westspitze, eine größere Fläche an der Südspitze oder ein breiterer Bereich entlang des Kanals? Für Bürger*innen ist dabei vor allem entscheidend, durch welche Variante große und zusammenhängende Grünbereiche am besten erhalten werden können.
 
Auch die Verzahnung zwischen den grünen Bereichen im Spreehafenviertel und der Nachbarschaft wurden von den Anwesenden viel besprochen – sie sind für viele ein ganz entscheidendes Qualitätskriterium bei der Betrachtung der Entwürfe. Sie sollen so gestaltet sein, dass die Grünräume Verbindungen schaffen zwischen dem neuen Quartier und der bestehenden Nachbarschaft.
 
 
Beim Thema Verkehr war den anwesenden Bürger*innen vor allem die Anbindung an den Nahverkehr wichtig - also an Bus, Bahn und Fähre. Hier ist noch einmal deutlich geworden, dass für viele eine gute Infrastruktur nur dann klappen kann, wenn Mobiliät auf den Elbinseln insgesamt betrachtet wird. Das Konzept für den Nahverkehr sollte über neue Bushaltestellen hinausgehen und die Mobiltätsbedarfe in solchen Planungsvorhaben insgesamt ins Auge gefasst werden.
 
Auch eine konkrete Frage der Verkehrsplanung im Quartier rückte in den Fokus - wie viele Parkmöglichkeiten braucht eigentlich ein autoarmes Quartier? Dazu gab es verschiedene Meinungen: Weniger als im Aufgabenheft vorgesehen (0,5 pro Wohnung) oder mehr, damit die Straßenränder nicht zugeparkt werden?
 
 
So geht es weiter: Workshop #2 - am 2. November werden die überarbeiteten Entwürfe vorgestellt
 
Die Planungsteams arbeiten nun daran, ihre Entwürfe zu konkretisieren und zu verbessern. Wie die Planungsteams mit den Rückmeldungen aus dem Stadtteil gearbeitet haben, wird am 02.11. um 18:00 in der Aula der Schule Fährstraße zu sehen sein. Dann werden die überarbeiteten Entwürfe vorgestellt und die Planungsteams stehen wieder für Fragen und Austausch zur Verfügung.
 
Danach haben die Planungsteams nochmals Zeit, ihre Entwürfe zu überarbeiten. Am 28.11. werden dann die finalen Entwürfe gezeigt und von den Bürger*innen in einem Votum bewertet.
 
Was ist vor demWorkshop passiert?
 
Einen Überblick über das Beteiligungsverfahren zum Spreehafenviertel und die einzelnen Möglichkeiten mitzumachen gibt es hier.
 
 
Download: Vollständiges Protokoll zur ersten Workshoprunde (mit Anmerkungen von Bürger*innen, Fachleuten und Jury)
Download: Perspektiven!-Protokoll (Anmerkungen der Bürger*innen, die auch im vollständigen Protokoll enthalten sind)
 
 
Fotocredit: IBA Hamburg GmbH / Anya Zuchold Hamburg 2017
 
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